Jazzlezz spielt Jazz, und zwar (fast) alle Arten des Jazz (auch wenn man vom Namen her etwas anderes vermuten könnte – engl. jazzless = “Jazzlos” od. “ohne Jazz”), wobei der Schwerpunkt auf Cool und Bar Jazz liegt.
Als Geburtstadt des Jazz gilt die um 1718 von den Franzosen gegründete Stadt New Orleans. Die Urform des Jazz, der ‘Ragtime’ ist ein um 1870 entstandener Klavierstil. Ragtime kommt vom englischen “ragged time”, was soviel bedeutet wie “zerrissene Zeit”. Das berühmteste Ragtime-Stück ist wohl “The Entertainer” von Scott Joplin (1868-1917). Weitere bekannte Komponisten diese Epoche sind Joseph Lamb (1887-1960, “Marple Leaf Rag”) und Jelly Roll Morton (1885-1941).
Um 1900 entwickelte dann auch ein nach der Geburtsstadt benannter Stil. Der ‘New Orleans’-Stil zeichnet sich durch drei melodische Linien aus, die meistens von einem Cornett (später auch durch eine Trompete), einer Posaune und einer Klarinette geblasen werden, und zwar nach dem “Call and Response”-Prinzip, wobei das Cornett die “Frage” spielt und Posaune und Klarinette antworten. Dazu kommt dann noch eine Rhythmusgruppe aus Schlagzeug, Bass und Gitarre. Ein Stück, bei dem man dies sehr schön hören kann, ist der “Basin Street Blues”.
Aus dem ‘New Orleans’-Jazz trat der Dixieland Jazz hervor. Der Dixie entstand, als die ersten weißen Musiker anfingen New Orleans zu spielen. Sie verzichteten auf “Frage-Antwort” zugunsten einer harmonisch abgeleiteten Mehrstimmigkeit. Oft ist es schwer, Dixieland und New Orleans Jazz auseinander zu halten, da sie sich so sehr ähneln.
In der zweite Hälfte der Zwanziger Jahre entstand der Swing. Das Hauptmerkmal des Swing war die Entstehung der großen Orchester, der Big Bands. Wichtigstes Stilmittel ist hier die “Off Beat”-Phrasierung, also eine konsequente Betonung der unbetonten Taktzeiten. Der ‘Walking Bass’ akzentuiert leicht die Zählzeiten 2′ und 4′. Wichtige Bands dieser Zeit sind, “Count Basie Orchestra”, “Benny Goodman Orchestra”, “Duke Ellington Orchestra” und “Glenn Miller Orchestra”.
Um 1940 entstand der Bebop. Eine typische Bebop-Besetzung bestand aus zwei Bläsern und der Rhythmusgruppe. Den Namen verdankt der Bebop allerdings den lautmalerisch eingesetzten Wortfetzen. Der Schlagzeuger befreite sich in dieser Epoche gänzlich vom bloßen Begleiten. Er erhielt dadurch eine zunehmend größere Freiheit in der rhythmischen Akzentbildung. Bekannte Musiker dieser Ära sind Ella Fitzgerald (1918-1996), Charlie Parker (1920-1955) und Dizzy Gillespie (1917-1993).
Der ‘Cool Jazz’ entwickelte sich um 1948 in New York und an der kalifornischen Westküste, wo er auch als West Coast Jazz bezeichnet wurde. Der Cool Jazz ist gegenüber dem “überhitzten” und hektischen Spielkonzept des Bebops eine eher entspannte und “intellektuelle” Art des Musizierens. Er hebt such besonders durch seine Klangästhetik vom Bebop ab. Als eine der ersten Cool Jazz-Aufnahmen wird “Birth Of The Cool” (1950) von Miles Davis (1926-1991) angesehen. Wichtige Vertreter sind zudem Dave Brubeck (geb. 1920) und Paul Desmond (1924-1977).
Ab 1955 begannen sich die Stile mehr und mehr zu vermischen. Einflüsse des Funks und neue Musik bildeten Fusion, bar und free Jazz.
Der Sound von Jazzlezz ist bestimmt von klaren, weichen Saxophonklängen, harmonisierendem und auch improvisierendem Piano, signifikantem Bass und sehr präzisem Schlagzeug. Die Musik ist offen (”man hört jeden Ton”), der Sound ist sehr rein. Auf Effekte wie Hall o.ä. wird verzichtet. Fast alle Stücke sind von Mitgliedern der Band selbst arrangiert. Besonders bei den Eigenkompositionen von Michael Zöllner und Martin Hennecke sind hier Einflüsse von Dave Brubeck und Kenny G. hörbar.
von Martin Hennecke


